Rollkunstlauf

Rollkunstlaufen ist eine technisch-kompositorische Sportart, die dem Eiskunstlaufen sehr ähnlich ist. Im Rollkunstlaufen gibt es acht unterschiedliche Disziplinen: Kürlauf, Pflichtlauf, Paarlauf, Solotanz, Rolltanz (Paartanz), Show, Formationslauf und Inline Artistic.

Zwei Disziplinen werden hier vorgestellt: das Pflicht- und Kürlaufen. Pflichtlaufen ist das Laufen von Figuren auf vorgezeichneten Bögen (sogenannte Achten) mit vorgeschriebenen, unterschiedlichen Drehungen auf dem jeweiligen Stand- bzw. Laufbein. Schon kleinste Veränderungen der Körperhaltung haben enorme Wirkung auf das Ergebnis. Das heißt, jede Stunde mehr an Training bringt mehr an Körpergefühl, Sicherheit und Konzentration.

Neben dem Pflichtlaufen gehört das Kürlaufen zum notwendigen Trainingspensum. Hier liegt der Schwerpunkt auf der technischen Bewältigung der Sprünge (ein bis drei Umdrehungen) und Pirouetten.

Alle Choreographien sind in Musik eingebettet. Jede Trainingseinheit beinhaltet also das Üben, Festigen und Automatisieren von bis zu zehn verschiedenen Sprüngen und ihren Kombinationen untereinander, mehreren Pirouettenvariationen und am Ende ihre Verwirklichung nach Musik.

Neben dem Wettkampftraining werden auch Schaulaufnummern eingeübt. Hier kann die künstlerische Gestaltung eines jeden zum Tragen kommen.

Das Sportgerät – die Rollschuhe

Rollkunstlaufen wird mit den klassischen Rollschuhen - 4 Rollen, die in zwei Schienen nebeneinander angeordnet sind – ausgeübt. Mit Inline-Skates, wo die 4 Rollen in einer Reihe stehen, könnten viele Elemente des Kunstlaufs wie manche Pirouetten nicht ausgeführt werden.

Die Rolle der Stopper ist interessant: Die Stopper gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die Kürstopper werden je nach Leistungsniveau ausgewählt. Sie unterscheiden sich in Elastizität, Abrieb und Griffigkeit und eignen sich so entweder für einfache, doppelte oder dreifache Sprünge. Dazu gibt es noch kleine Tanzstopper.

Die Bahn - die Halle

Dachverband ist der Deutscher Rollsport- und Inline- Verband (DRIV). Der Internationale Rollsport-Verband World Skate (ehemals: Fédération Internationale de Roller Sports schreibt für Meisterschaften und Wettbewerbe eine Mindestgröße von 25 x 50 Meter vor.

Der Europäische Rollsport-Verband (Confédération Européenne de Roller Skating, CERS) lässt - hiervon abweichend - für Veranstaltungen nach europäischer Ausschreibung noch die Mindestmaße 20 x 40 Meter zu. Die kleineren Flächen sind für Training und Wettkampf nur eingeschränkt nutzbar, da die technischen Möglichkeiten aufgrund der kürzeren An- und Auslaufwege (gleichbedeutend mit geringeren Anlaufgeschwindigkeiten) für Höchstschwierigkeiten deutlich begrenzt sind.

Im Hinblick auf diese Entwicklung beträgt die Standard-Sportfläche bei neuen Anlagen für Rollkunstlauf und Rolltanz 25 x 50 Meter. Die sportgerechten Laufflächen für Rollkunstlauf müssen mit den erforderlichen Markierungen für die Pflichtfiguren (Grundkreise und Schlingen) ausgestattet sein. Für Rolltanz, Formationslaufen und Vierergruppen werden keine Markierungen benötigt.

Der Wettkampf

Die Läufer sind in verschiedenen Altersgruppen eingeteilt: Schüler C, Schüler B, Schüler A, Jugend, Junioren, Senioren oder auch Meisterklasse genannt. Diese Einteilung entspricht internationalem Standard.

Es werden Wettbewerbe und Meisterschaften in den Kategorien Einzel, Tanz, Paarlauf, Vierer-Gruppen und Formationslauf ausgetragen. Der Einzellauf wird in den Bereichen Pflicht und Kür ausgetragen, wobei das Kürlaufen aus einer Kurzkür mit vorgeschriebenen Elementen sowie einer freien, langen Kür besteht. Starter in beiden Bereichen werden als Kombinationsläufer bezeichnet.

Im Tanzen werden zwei Pflichttänze, ein Spurenbildtanz bzw. alternativ ein dritter Pflichttanz und eine Kür gezeigt. Im Paarlaufen ist ein Kurzprogramm mit vorgeschriebenen Elementen sowie einer freie Kür gefordert. Die Vierer-Gruppen laufen nur eine Kür.

Beim Formationslaufen laufen mindestens 12 und höchstens 24 Sportler gemeinsam eine Kür. In dieser Mannschaftsdisziplin sollen die Elemente (zum Bespiel Mühlen, Reihen, Blöcke und Zahnräder) möglichst in origineller Form synchron dargeboten werden. Höchstnote ist die 10,0.

Weitere Informationen gibt es unter   http://www.rollkunstlauf.org